Regionalgruppe der

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Hospizdienst im Vogelsberg

Landsknechtsweg 11

36341 Lauterbach

Telefon: 06641 6467826

Sprechzeiten: nach Vereinbarung

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Koordinatorin: Fr. Christa Füg

Handy: 0177 2582819

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Presse

 

Ein Auszug aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 14.12.2019

Starke Geste für die Region

Die narz systems GmbH & Co. KG aus Herbstein spendet zu Weihnachten insgesamt 1000 Euro an Hospizdienst und Tischtennisverein.

Über eine großzügige Weihnachtsspende freuten sich der IGSL Hospizdienst im Vogelsberg und der TTG Vogelsberg. Die beiden Geschäftsführer der narz systems GmbH & Co. KG, Wilfried Narz und Sebastian Narz, überreichten in ihrer Firmenzentrale in Herbstein jeweils 500 Euro an Hildegard Weber und Hildegard Schwarz vom Hospizdienst im Vogelsberg sowie an Simon Ruhl und Birgit Pfohl vom Tischtennisverein TTG Vogelsberg.

"Die Helferinnen und Helfer des Hospizdiensten zählen zu den beeindrucksten Ehrenämtlern in unserer Gesellschaft", so Wilfried Narz, "ihr Dienst, die Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen, erfordert so viel Aufrichtigkeit, Mitgefühl und vor allem Stärke, so dass unsere
Spende nur eine kleine Würdigung sein kann. Wir wünschen den Helferinnen und Helfern alles erdenklich Gute und weiterhin viel Kraft bei dieser schweren Aufgabe, die sie ja freiwillig auf sich nehmen." Der Hospizdienst im Vogelsberg steht Menschen aus der Region in deren letzten Lebensphase bei. Entweder zu Hause, wo sich die meisten Menschen am wohlsten fühlen, aber auf Wunsch auch im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Die Begleitung richtet sich nach den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen und steht auch den Angehörigen zur Seite.

Spende narz

Gruppenfoto von Links: Wilfried Narz, Hildegard Schwarz, Hildegard Weber, Sebastian Narz, Simon Ruhl, Birgit Pfohl

 

 

Ein Artikel aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 28.11.2019

Geschäft mit Patienten

Initiator einer Lesung mit Dr. Matthias Thöns im Rokokosaal des Hohhauses war der ambulante Hospizdienst Vogelsberg. Der Wittener Palliativmediziner und Anästhesiologe ist der Autor des Buches „Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Lebensende“. Hier greift er seiner Meinung nach Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen auf, die nicht dem Wohl der Patienten, sondern eher den finanziellen Interessen von Ärzten dienten.


Engagiert forderte Dr. Matthias Thöns ein Umdenken bei der Behandlung der Patienten; weg vom Gewinn und hin zum Menschen. (Foto: Stock)

LAUTERBACH - (gst). Initiator einer Lesung mit Dr. Matthias Thöns im Rokokosaal des Hohhauses war der ambulante Hospizdienst Vogelsberg. Der Wittener Palliativmediziner und Anästhesiologe ist der Autor des Buches „Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Lebensende“. Hier greift er seiner Meinung nach Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen auf, die nicht dem Wohl der Patienten, sondern eher den finanziellen Interessen von Ärzten dienten.
Der Mediziner wirbt deshalb dafür, dass Menschen sich rechtzeitig um eine Patientenverfügung kümmern, in der sie ihren Willen bei gesundheitlichen Problemen niederschreiben und ihnen dann als Patienten unnötige Qualen erspart bleiben.
 
Der Palliativmediziner zitierte Konfizius, „Ein Mann der die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd“, und machte deutlich, dass er von Berufskollegen angegriffen werde und er auch bei den Krankenkassen kein Gehör fände. Diese fürchteten den Eindruck, dass sie keine Leistungen mehr bezahlen würden.
Anhand von zahlreichen Beispielen untermauerte er seine Behauptungen und kritisierte unnötige Behandlungen, die oftmals nur dem Ziel dienten, dass Mediziner mehr Geld verdienten. Manche der Beispiele machten sprachlos. Beispielsweise, dass ein Kind unnötig einer Operation unterzogen wurde. Eine Assistenzärztin schlug eine Verödung bei einem Blutschwämmchen vor. Ein Oberarzt riet den privatversicherten Eltern zu einer sofortigen Operation. Diese lief aus dem Ruder, und das Mädchen starb einige Tage später. Wiederum einige Tage später kam die Rechnung in Höhe von 30 000 Euro.
Thöns kritisierte die Vergütung durch die Krankenkassen, die dazu geführt hätten, dass bei Schwerkranken Behandlungen durchgeführt würden, die nicht lebensverlängernd seien, aber ein Mehr ein Einnahmen bringen würden. Es gäbe in Deutschland kein Versorgungsproblem, sonder eher ein Fehlversorgungsproblem, nämlich eine „Zuvielversorgung“, mit immensen Mehrkosten für die Kassen und somit auch deren Mitglieder. „Nicht der Mensch zählt, sondern die Anzahl der Verordnungen“, so der Mediziner, der aber etwas Hoffnung sieht, dass es bei diesem Problem vielleicht Veränderungen gibt. Denn namhafte Zeitschriften hätten das Thema aufgegriffen und mit einer Überschrift wie „Mensch vor Profit“ eine deutliche Forderung ausgesprochen. Thöns kritisierte ebenso die Bonuszahlungen an Ärzte, die dazu ermunterten, unnötige Behandlungen durchzuführen.
 
 
Veränderungen erforderten mutige Bürger und „Zivilcourage“ der Mitwisser, so Thöns, der nicht nur Ärzte, sondern auch Pharmahersteller kritisierte, deren Gewinne sowohl durch exorbitante Preise als auch durch die vielen nicht notwendigen Behandlungen stiegen.
Besonders bei Schwerschranken passierten oftmals unnötige Behandlungen, die nicht zu einer Verbesserung der Beschwerden führten, sondern eher eine Belastung in der Sterbephase seien. Damit spannte der Referent den Bogen zur Hospizarbeit, die ein wichtigerer Begleiter neben der fachlich sinnvollen Begleitung in der Zeit des Abschiednehmens sei.
Eingangs hatte Hospizdienst-Koordinatorin Christa Füg den Referenten begrüßt. Die zweite Vorsitzende Hildegard Schwarz bedankte sich beim Referenten mit einem Geschenk.

 

 

Ein Artikel aus der Osthessen-News vom 15.11.2019

Engel auf Erden: die Ehrenamtlichen des Hospizdienstes Vogelsberg haben für alle Hilfesuchende ein offenes Ohr. - Symbolbild: pixabay
LAUTERBACH Ehrenamtliche beim Hospizdienst Vogelsberg

"Manchmal macht es uns ohnmächtig, aber das müssen wir aushalten"

15.11.19 - Was wohl für viele über die Vorstellungskraft hinausgeht, ist für die ehrenamtlichen Helfer des Hospizdienstes Vogelsberg Alltag: die Konfrontation mit dem Tod. Seit 2003 begleiten die über 40 Mitglieder Menschen auf ihrem letzten Weg, aber auch Familienmitglieder und Angehörige finden bei ihnen ein offenes Ohr. Für ihre ehrenamtliche Arbeit wurden die Mitglieder vergangene Woche sogar mit dem ersten Platz des Bürgerpreises Oberhessen belohnt und ausgezeichnet.

Hildegard Weber, Ditha Heiss, Christa Füg ...Foto: Luisa Diegel

Im Berufsleben sind sie Krankenschwester, Lehrerin oder Arzthelferin - nach Feierabend leisten sie ehrenamtliche Arbeit in der Sterbebegleitungen. Der Hospizdienst Vogelsberg ist Ansprechpartner für alle, die auf ihrem schweren Weg nicht alleine sein möchten. Über 40 Ehrenamtliche, die alle Ausbildung absolviert haben, die sich auf zwei Jahre erstreckt, kümmern sich um die Hilfesuchenden. "Die Leute nehmen Kontakt zu uns auf, bei einem ersten Gespräch mit Angehörigen und dem Begleitenden klären wir, was genau gewünscht ist und wie oft wir gebraucht werden", so Koordinatorin Christa Füg im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Nach der Gründung begleiteten die Mitglieder Hilfesuchende aus Schlitz und Lauterbach, vor ein paar Jahren wurde das Gebiet auf den Altkreis Lauterbach ausgeweitet.

"Wir sind einfach da"

Doch was genau bedeutet das Wort "begleiten" in der Sterbehilfe überhaupt? "Wir sind einfach da", erzählt Hildegard Schwarz. Pflegerische Tätigkeiten sind nicht im Programm des Hospizdienstes enthalten, dafür umso mehr Liebe und Freude an dem, was die Ehrenamtlichen tun: "Wir reden, wir schweigen, wir singen, wir beten. Je nachdem, wie die Situation ist." Trotz der großen Leidenschaft, die bei jedem einzelnen Mitglied dahintersteckt, es ist aber auch für die Ehrenamtlichen schwer, mit den Schicksalen in den Familien umzugehen. "Wir sind zwar der Schweigepflicht unterlegen, dennoch tauschen wir uns untereinander aus. Jeder ist bei dieser Arbeit mit seinen ganzen Gefühlen dabei. "Man kann dann nicht einfach das Haus verlassen und das Erlebte einfach wegstecken und sich zu Hause einen Krimi ansehen. Das geht nicht. Die Situationen beschäftigen uns alle und machen uns auch oft ohnmächtig - aber wir müssen es aushalten."

Doch ans Aufhören denkt deshalb niemand: "Wir sehen die Not, sie ist förmlich zu spüren. Da kann man nicht einfach zu Hause bleiben", so Ditha Heiss. Für sie sind vor allem die lustigen und schönen Momente der Ansporn weiterzumachen: "Ich habe einer Dame auf meiner Mundharmonika dreimal dasselbe Lied vorgespielt und das hat sie erfüllt. Solche Momente bringen mich innerlich zum Lächeln." Doch auch die Dankbarkeit, die die Ehrenamtlichen erfahren, ist immer wieder ein Grund zum Weitermachen: "Es ist ein schönes Gefühl, wenn man weiß, da sagt jemand danke. Außerdem entwickeln sich ja auch intensive Beziehungen zu den Menschen." Durch die Auseinandersetzung mit dem Tod lernt sie, damit besser umzugehen. "Man beschäftigt sich damit und ist näher dran."

Schwere Schicksale

Vergangene Woche wurde der Hospizdienst Vogelsberg ...Archivfoto: O|N

Im Gespräch mit O|N erzählen die vier Mitarbeiter von einigen Beispielen: Ein Mann Anfang 50 leidet unter multiplen Schlaganfällen und kann nur noch seine Finger bewegen - ein Leben eines jungen Mädchens neigt sich dem Ende, die Eltern sind wie gelähmt und mit der Situation überfordert. Es sind schwere Schicksale, die die Ehrenamtlichen immer wieder fordern. Aber um solchen Menschen auf ihrem letzten Weg eine Hilfe zu sein, "lässt es uns immer wieder für die Arbeit brennen". Auch wenn einige Betroffene sich anfangs dagegen sträuben, merken sie nach einer Zeit die Entlastung durch die Arbeit des Hospizdienstes. "Die Menschen haben so wieder ein wenig Luft zum Atmen." (Luisa Diegel) +++ 

Ein Auszug aus der Osthessen-News vom 06.11.2019

Alltagshelden ausgezeichnet: "Eine Lebensaufgabe, die nicht zu bezahlen ist"

Sie dürfen sich freuen: die Alltagshelden aus diesem Jahr. - Fotos: Luisa Diegel
LAUTERBACH Bürgerpreis Oberhessen der Sparkasse

 

06.11.19 - „183 Dörfer gibt es im Vogelsbergkreis - viele davon knacken nicht einmal die 300-Einwohner-Marke. Doch Sie tragen dazu bei, dass der Ort lebendig bleibt.“ Für Landrat Manfred Görig und Sparkassenvorstand Thomas Falk war es eine Ehre, am Montagabend Ehrenamtliche aus dem Vogelsbergkreis mit dem Bürgerpreis auszuzeichnen. In drei Kategorien - Alltagshelden, Lebenswerk und Engagierte unter 30 - wurden über 100 Projekte eingereicht, die einen „herausragenden und vorbildlichen Dienst für die Gesellschaft“ leisten.

Der Bürgerpreis wurde im vergangenen Jahr auf deutscher Ebene eingestellt – doch die Sparkasse Oberhessen entschied sich, den Ehrenamtspreis weiterzuführen, „das war eine gute Entscheidung“, heißt es von Seiten der Sparkasse bei der Preisverleihung. Der Preis hat an Attraktivität nichts verloren, denn mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung das vorbildhafte Wirken von Personen, Initiativen und Vereinen, die sich in der Wetterau und im Vogelsbergkreis engagieren. In diesem Jahr prämierte die Sparkasse Oberhessen neun Projekte im Vogelsberg und elf in der Wetterau. Sieben Jurymitglieder, darunter die beiden Landräte oder Bürgermeister, haben sich die Zeit genommen, um die über 100 Projekte genauer unter die Lupe zu nehmen. „Ich war erstaunt, wie viele Menschen über ihre tägliche Arbeit hinaus an ehrenamtlichen Projekten arbeiten. Und bei den meisten gibt es keine Anzeichen, fürs Aufhören – weil es eine Lebensaufgabe geworden ist. Und das ist nicht zu bezahlen“, lobt Landrat Görig das ehrenamtliche Engagement.

Hildegard Schwarz, Ambulante Hospizhilfe im Vogelsberg.

Kategorie Alltagshelden:


Zig Bewerbungen von Vereinen, Privatpersonen oder Unternehmen, die sich freiwillig ehrenamtlich engagieren, gingen bei der Jury ein. Doch drei Projekte konnten sich von den anderen abheben: Jörg Diegel gewann mit seinem Engagement für einen Wanderweg in seiner Heimatgemeinde Gemünden (Felda) den ersten Anerkennungspreis. 250 Euro kann er nun in die „HeinzemannTour“ stecken, die seit Frühjahr dieses Jahres bei Wanderern aus Nah und Fern für Begeisterung sorgt. Außerdem gewann Melanie Erdogan mit ihrem Projekt „Therapiehunde Osthessen“. Der Hauptpreis ging an den Hospizdienst Vogelsberg, das gemeinnützigen Projekt Ambulante Hospizhilfe begleitet schwer Kranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige in der letzten Lebensphase.